Alles was sich ergibt
  Otaku
 

Otaku (jap. オタク) ist die japanische Bezeichnung für Fans, die ihren Interessen schon fast wie besessen nachgehen. Sie entspricht in etwa den beiden englischen Begriffen Nerd bzw. Geek und wird oft auch ähnlich abwertend verwendet. Wörtlich bedeutet otaku (jap. お宅) „Ihr Haus“ bzw. „Ihre Familie“. Im Japanischen wird otaku auch als höfliche Anrede ähnlich dem deutschen „Sie“ verwendet.

Anfang der 1980er Jahre begannen ein paar Fans, sich wie der Protagonist der Science-Fiction Animeserie Superdimensional Space Fortress Macross gegenseitig höflich mit otaku anzureden, was sich schnell zu einer regelrechten Modeerscheinung entwickelte. Nakamori Akio war es jedoch, der als erster „Otaku“ als Bezeichnung für die Fans generell verwendete. Im Magazin Manga Burikko hatte er 1983 die Kolumne „ ‚Otaku’ no Kenkyuu (Otaku-Forschung) Er bezeichnete die Besucher der Comiket als Otaku und beschrieb sie als kontaktscheue, unsportliche Couchpotatoes mit Brille, die entweder zu dick oder zu dünn waren und wohl auch in der Schule unbeliebt. Von vielen Außenstehenden wird eine solche Fixierung mit dem Hobby als krankhaft angesehen. Darüber hinaus gelten Otakus in Japan als kindlich, ich-bezogen und sozial inkompetent. Deren Hobbys weisen eine hochgradige Virtualität auf wie bei Manga, Anime, Videospiele und Computer oder allgemein Science-Fiction. Es gibt aber auch genauso Otakus in den Freizeitbeschäftigungsbereichen Eisenbahn, Kampfsport, Militaria, Musik, Idols oder Fußball (hier vor allem Frauen, die Fan von einem bestimmten Spieler sind), etc.

Das Lehnwort Mania oder maniakku (engl. maniac) ist im Japanischen etwas weicher und nicht so negativ behaftet wie Otaku, beschreibt aber ähnlich eine Beziehung zwischen einem Fan und seinem spezialisierten Hobby. Zum Beispiel ist ein Gundam-Mania jemand, der sich besonders für die Serie Gundam interessiert.

Das negative Image und auch viele Vorurteile entstanden vor allem 1989 durch den Serienmörder Tsutomu Miyazaki, der 4 Mädchen missbrauchte und ermordete. In den Medien wurde er als Otaku bezeichnet, der die Phantasie nicht mehr von der Realität unterscheiden konnte, wodurch das Bild der Gesellschaft über Otaku nachhaltig geprägt wurde. Otaku wären unfähig, soziale Bindungen einzugehen und seien auch auf junge Mädchen fixiert. Ebenso verstand man nicht das Interesse weiblicher Otaku an Homosexuellen-Manga. Schon bald wurde die komplette japanische Jugend als Otaku-Generation und 1989 als das Jahr der Otaku bezeichnet.

Erst Mitte der 1990er Jahre konnte durch das von Fans begründete Studio Gainax und durch den großen Erfolg der Otaku-Kultur im Westen das Image der Otaku wieder in ein positiveres Licht gerückt werden. Leute wie Toshio Okada, Fan der ersten Stunde und Mitbegründer von Gainax, lehrten an der Universität Tokyo 1994-1996 das Fach Otaku-gaku („Otakuologie“) und befasste sich dort mit den Auswirkungen der Medien auf die Jugendkultur. Heutzutage bringen viele Fans mit dem Begriff Otaku zum Ausdruck, dass sie sich hobbymäßig mit einem bestimmten Bereich intensiv beschäftigen und sich darin sehr gut auskennen. Im Westen wurde der Begriff von den Animefans übernommen, ohne dass sie sich der negativen Konnotation bewusst waren und wurde meist verwendet, um sich als Anime- und Mangafan auszugeben. Erst später erreichte das negative Image der Otaku auch den Westen und so kam man auch dort teilweise davon ab, sich als Otaku zu bezeichnen. Gleichzeitig nahm in Japan das negative Image wieder ab, als man erfuhr, dass sich die Ausländer im Westen stolz als Otaku bezeichneten und der Anime/ Manga so große internationale Erfolge verbuchen konnte. Auch durch den großen Erfolg von Densha Otoko (Train Man), einer wahren Geschichte über die Liebe zwischen einem Otaku und einem hübschen Mädchen, die sich in einem Zug begegnen, und mittlerweile als Anime/ Manga und Realfilm zu lesen/ sehen ist, konnte in Japan mit der positiven Betrachtung des Hauptcharakters die Akzeptanz für die Hobbies der Otaku verstärken und die negativen Stereotype reduzieren.

Auch wenn Otaku stereotypisch männlicher Natur sind, so gibt es auch weibliche Otaku. Diese werden in Japan auch als Fujoshi (腐女子, wörtlich: verdorbenes Mädchen) bezeichnet. Hierbei handelt es sich um ein Wortspiel, das auf einem gleichklingenden Wort für Frau (jap. 婦女子 fujoshi) basiert. Mit dieser ironischen Selbstbezeichnung werden in der Regel Leserinnen und extreme Anhängerinnen von Yaoi Doujinshi betitelt.

 






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